Wo hat die Grunderwerbsteuer ihren Ursprung? 

Aug 26, 2020 | Grunderwerbsteuer

Steuern gab es immer und wird es immer geben. Bereits im frühen Altertum wurden Steuern erhoben, die den Staatsoberhäuptern Geld in die Kasse brachten. Während die Erntesteuer in Ägypten, die im 3. Jahrhundert v.Chr. erhoben wurde, belegt werden konnte, fehlen für viele Abgaben noch die Belege. Neben Tempelsteuer, Tributzahlungen und Zölle forderten die Ägypter schon im Jahr 117 v.Chr. für den Eigentümerwechsel von Grundstücken eine Steuer. Verwaltet wurden die Steuern von den Schreibern.

Auch im römischen Reich wurde eine Besitzerwechselabgabe, also eine Art von Grunderwerbsteuer erhoben. Bis zum 4. Jahrhundert n.Chr. erhoben die Römer diese Abgabe. Soweit bekannt ist war der damalige Steuersatz 5 %. Die römischen Herrscher brauchten viel Geld für die Kriege, allerdings wurden die meisten Steuern von den Völkern bezahlt, welche von den Römern besiegt wurden. Die wichtigsten Steuerarten waren zu dieser Zeit die Grundsteuer und die Kopfsteuer.

Grundbesitz

Im Mittelalter und insbesondere im Hochmittelalter hatten die Herrscher einen enormen Finanzbedarf, ihre Kriege mussten finanziert werden. Sie führen eine Besitzsteuer ein, die sich nicht nur auf Grund und Boden bezog, sondern auch Vieh und Vorräte. Der sogenannte Zehnt wurde ab dem 6. Jahrhundert n. Chr. von der Kirche beansprucht und bestand aus den Erträgen, die der Grundbesitz einbrachte. Die Steuer wurde erst später zu einer Steuer, die mit Geld zu bezahlen ist. Auch wenn diese Steuer in gewisser Weise den Grundbesitz betraf würden wir heute sagen, dass es eine Art Einkommenssteuer war.

Die Besitzerwechselabgabe war lange Zeit ohne Bedeutung und wurde nur vereinzelt beim Verkauf von Grundstücken eingefordert. Das änderte sich im 14. Jahrhundert. In Schweden wurde die Besitzerwechselabgabe eingeführt. Dieses Gesetz ist dem deutschen Erbschaftssteuergesetz sehr ähnlich.

Die Staaten brauchen Geld um die nationalen Bedürfnisse zu befriedigen. Da kam den anderen europäischen Staaten die Besitzerwechselabgabe, die den Schweden die Staatskasse füllte, gerade recht. Nach und nach führte ein europäischer Staat nach dem anderen diese Abgabe ein, eine Abgabe, die heute unter der Bezeichnung Grunderwerbsteuer bekannt ist.

Vor dem 20. Jahrhundert war die Besitzwechselabgabe keine offizielle Abgabe. Die Übergabe des Grundstücks vom Verkäufer an den Käufer wurde mit einem Stempel auf der Besitzurkunde bestätigt; damit war der Eigentümerwechsel rechtsgültig und die Besitzwechselabgabe wurde erhoben. Die Besteuerung war an die Besitzurkunde gebunden. Die Stempelgebühr löste im Jahr 1903 die Besitzwechselabgabe ab; auch die Stempelgebühr war an die Besitzurkunde gebunden. Im Jahr 1909 wurde die Stempelgebühr in das Reichsstempelgesetz integriert. Die Aufgaben für die Besteuerung wurden an die Länder und Gemeinden übertragen. Fällig wurde die Stempelgebühr immer dann, wenn ein Grundstück verkauft wurde und damit den Besitzer wechselte.

Das heutige Grunderwerbsteuergesetz kam im Jahr 1919 zustande und löste damit die Stempelgebühr ab. Beim Eigentümerwechsel von Grundstücken wurden 4 % Steuern an das Deutsche Reich zu bezahlen sowie weitere 4 % an die Länder. Die Hoheitsrechte für das Besteuerungsrecht hatte das Deutsche Reich. Bis heute wurde das Grunderwerbsteuergesetz mehrmals geändert, erstmals 1924 dann 1934, eine weitere Fassung 1940, die letzte Neufassung erfolgte im Jahr 2011. Die Grunderwerbsteuer ist in Geld zu begleichen, die Steuersätze, die zwischen 3,5 % und 6,5 % liegen werden von den Ländern bestimmt.

 

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