Was ist ein denkmalgeschütztes Haus?  

Jul 27, 2020 | Denkmalimmobilien

Was ist Denkmalschutz?

Der Denkmalschutz wird von den Gesetzen der Bundesländer geregelt. Dies bedeutet, jedes Bundesland der Bundesrepublik Deutschland hat sein eigenes Denkmalschutzgesetz. Was überrascht ist, dass diese Gesetze keine gravierenden Unterschiede aufweisen.

Generell wird unter Denkmalschutz eine Immobilie verstanden, welche aufgrund öffentlichen Interesses erhalten werden muss. Erfüllt diese Immobilie auch alle Kriterien, welche für Baudenkmäler gelten, erfolgt die Aufnahme in die Denkmalliste. Dokumentation und Ergänzungen der Denkmalliste ist Aufgabe der Datenschutzbehörden. Mit der Aufnahme in der Denkmalliste ist die Immobilie eine denkmalgeschützte Immobilie.

Unter Denkmalschutz stehen nicht ausschließlich Brunnen, Schlösser sondern auch Häuser, die in der Vergangenheit zu Wohnzwecken gebaut wurden. Neben kompletten Wohnhäusern können auch nur gewisse Teile eines Gebäudes unter Denkmalschutz stehen. Würdig, um in der Denkmalliste dokumentiert zu werden sind Bauwerke, die das öffentliche Interesse haben, um als Erbe der Vergangenheit dokumentiert zu werden. Mit diesem Eintrag werden die Immobilien vor einem Abriss geschützt. Auch bauliche Veränderungen dürfen nur mit Genehmigung der Denkmalschutzbehörde vorgenommen werden. Ist die Immobilie nicht in der Denkmalliste eingetragen lohnt es sich bei der Behörde nachzufragen, ob in naher Zukunft der Eintrag in die Denkmalliste geplant ist.

Vor- und Nachteile

Eigentümer einer denkmalgeschützten Immobilie haben eine ganze Reihe Vorteile. Dazu gehören in erster Linie die steuerlichen Vorteile. Weiter können Eigentümer einer denkmalgeschützten Immobilie diese vermieten und erzielen hohe Mieten. Der Grund ist, denkmalgeschützte Immobilien stehen in der Regel in der Stadtmitte. Hier ist der öffentliche Nahverkehr üblicherweise optimal ausgebaut. Wichtige Läden wie Bäcker, Metzger, Supermarkt, Drogerie haben in der Stadtmitte meist ihren Standort ebenso wie größere Kaufhäuser und Shops für Elektrogeräte. Der Staat bietet nicht nur steuerliche Vorteile an, sondern auch attraktive Förderungen.

Der größte Vorteil, der allerdings nicht im Geldwert beziffert werden kann ist der Besitz einer Immobilie, die nicht nur einzigartig ist, sondern auch historische und architektonische Bedeutung hat. Und ganz nebenbei ist der Kauf einer denkmalgeschützten Immobilie eine Geldanlage, die sich rentiert.

Es gibt aber auch Nachteile, denn für denkmalgeschützte Immobilien gibt es strenge Auflagen beispielsweise im Rahmen einer Sanierung. Daneben muss sich der Eigentümer verpflichten, die Immobilie instandzuhalten. Die Kosten für Maßnahmen der Sanierung und Instandhaltung sind aufgrund des großen Aufwands entsprechend teuer. Der Kauf einer denkmalgeschützten Immobilie ist eine langfristige Geldanlage; bei einem schnellen Verkauf fahren sie üblicherweise finanzielle Verluste ein.

Sanierung bzw. Renovierungen

Im Gegensatz zu nicht denkmalgeschützten Immobilien sind Sanierungsarbeiten wie auch Renovierungen sehr teuer. Daneben kann der Eigentümer nicht bestimmen, wann und wie er sanieren oder renovieren will. Er braucht für Sanierungs- und Renovierungsmaßnahmen die Genehmigung der Denkmalschutzbehörde. Badsanierungen, Dachaufbau, Außen- und Innenwände streichen, Türen und Fenster austauschen und vieles andere mehr ist genehmigungspflichtig. Das gilt auch für den Wechsel der Bodenbeläge, Einbau von Aufzug, energetische Sanierung sowie Entkernung und das Anbringen von Anbauten oder das Gebäude abzureißen. Werden vom Eigentümer derartige Maßnahmen ohne behördliche Genehmigung in Auftrag gegeben und ausgeführt drohen hohe Strafen. Meist müssen Eigentümer ein hohes Bußgeld bezahlen, doch auch die Enteignung der Immobilie kann das Denkmalschutzamt anordnen.

Stehen bei einer Immobilie nur bestimmte Teile unter Denkmalschutz ist es die Aufgabe vom Eigentümer, sich beim Denkmalschutzamt genau zu erkundigen, welche Teile des Hauses unter Denkmalschutz stehen. Idealerweise lässt er sich die entsprechenden Pläne aushändigen.

Bei einer genehmigten Sanierung oder Renovierung bietet der Staat steuerliche Vorteile an. Für Eigentümer ist sind die behördlichen Auflagen für diese Maßnahmen eine echte Herausforderung. Doch seit 2012 werden Förderungsmaßnahmen für Modernisierung an denkmalgeschützten Immobilien von der KfW-Bank gefördert. Diese können Zugaben ebenso wie günstige Darlehen sein.

Denkmalschutz aufheben?

Auch wenn eine Immobilie und Denkmalschutz ist muss dieser Schutz nicht von Dauer sein. Der Antrag eine Immobilie unter Denkmalschutz zu stellen ist in der Regel Sache des Eigentümers. Anders verhält es sich, wenn bereits beim Kauf die Immobilie denkmalgeschützt ist. Der Eigentümer kann aber auch die Aufhebung des Denkmalsschutzes beantragen. Für die Aufhebung vom Denkmalschutz einer Immobilie gibt es mehrere Gründe. Diese sind

  • Der Eigentümer ist der Meinung, dass es nicht mehr gerechtfertigt ist seine Immobilie unter Denkmalschutz zu stellen.
  • Der Eigentümer kann belegen, dass die Gründe, welche die Immobilie unter Denkmalschutz gestellt haben, nicht mehr vorhanden sind.
  • Der Eigentümer kann glaubhaft und mit Belegen nachweisen, dass es für ihn nicht mehr zumutbar ist, aufgrund der Bausubstanz das denkmalgeschützte Gebäude zu erhalten.

Den Denkmalschutz aufheben sollten sie sich gut überlegen!

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