Kulturerbe: Denkmalimmobilien

Jul 7, 2020 | Denkmalimmobilien

Wussten Sie schon? Kulturerbe und Erhaltungsmittel für Denkmäler

Laut Wikipedia ist ein Kulturgut „[…]im allgemeinen Sprachgebrauch ,etwas, was als kultureller Wert Bestand hat und bewahrt wird‘ (Duden). Ein Kulturgut muss nicht an Materie gebunden sein, jedoch ist eine Beständigkeit erforderlich.“ Das Kulturerbe bezieht alle Kulturgüter der Menschheit ein. Darunter gibt es die dinglichen Objekte, etwa das Unesco-Welterbe. Hierzulande meint das Wort Kulturgut sowohl bewegliche als auch unbewegliche Güter, die geschichtlich oder archäologisch, künstlerisch oder anderweitig relevant sind. Darunter fallen auch die Baudenkmäler bzw. Bodendenkmäler. Die Bundesregierung und die Bundesländer verfolgen die Absicht, das Kulturerbe Deutschlands für zukünftige Generationen zu pflegen und bewahren. Deshalb schützt der Staat bewegliche „Schätze“ (z. B. Kunstobjekte) und unbewegliche Güter wie die Baudenkmäler.

Wie schützt Deutschland sein Kulturerbe?

Die Denkmalpflege bemüht sich um die Baudenkmäler in Deutschland, weshalb Änderungen an Denkmalgebäuden strikten Regelungen unterliegen. Somit soll ein Objekt des deutschen Kulturerbes möglichst original bewahrt werden. Hierzulande sind Denkmalschutz und -pflege Sache des jeweiligen Bundeslands, sodass jedes ein Landesamt für Denkmalpflege unterhält, wobei die Denkmalschutzgesetze von Land zu Land jeweils etwas variieren. Die Ämter führen Inventarlisten mit sämtlichen Denkmälern. Des Weiteren widmen sie sich der Beratung von Baudenkmaleigentümern und geben Auflagen zur Instandsetzung dieser Objekte heraus, um ihre Authentizität zu bewahren.

Mit seinen gesetzlichen Bestimmungen zielt der Staat darauf ab, dass Eigentümer ihre Denkmalimmobilien bestmöglich instand halten. Deshalb gibt es z. B. Steuererleichterungen, die der Käufer eines Objekts unter Denkmalschutz bei bestimmungsgemäßen Sanierungen in Anspruch nehmen kann. Zudem unterstützen den Erwerb von Denkmalimmobilien potenziell Kredite, etwa vonseiten der KfW im Bereich der energetische Sanierungen.

Wissenswertes zur Instandhaltungsrücklage

Beim Besitz von Baudenkmälern geht es immer um das Thema Sanierung und die damit einhergehenden Finanzen. Eigentümer dieser Immobilien müssen stets auf ein stattliches finanzielles Polster achten. So steht ein Bauträger z. B. laut Bundesgesetzbuch (BGB) noch fünf Jahre nach Sanierungsarbeiten für eventuelle Folgeschäden in der Haftung. Während dieser Zeitperiode obliegt es einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG), eine Instandhaltungsrücklage einzurichten – und somit ein Konto, auf das regelmäßig Überweisungen aller Wohneigentümer fließen. Für die Instandhaltungsrücklage trägt eine Hausverwaltung oder ein Besitzer selbst Sorge, wobei gesetzlich nicht vorgegeben ist, wie hoch der Betrag zu sein hat. Rechtlich wird nur „eine angemessene Summe“ diktiert.

Damit alles im gerechten Rahmen zugeht, ist es ratsam, einen Gutachter einzubeziehen, der einen Instandhaltungsrücklagenplan einschließlich der Herstellkosten und Miteigentumsanteile erarbeitet, die auf jeden der Eigentümer entfallen. Wird eine Sanierung erforderlich und es mangelt an Rücklagen, sind alle Beteiligten zu einer Sonderumlage verpflichtet, deren Höhe sich aus dem Umfang der anstehenden Arbeiten ergibt. Die Eigentümergemeinschaft entscheidet über diese Sonderumlage, wobei als eine Option die Rücklagenzahlung heraufgesetzt werden kann. Hier greift das im WEG-Gesetz festgelegte Allgemeinwohl. Falls einer der Eigentümer die Sonderumlage nicht zu zahlen bereit ist oder nicht zahlen kann, stehen den übrigen Eigentümern rechtliche Schritte zu.

Zu beachten ist ferner, dass die Instandhaltungsrücklage unter die nicht umlagefähigen Nebenkosten fällt und deshalb kein Thema für eine eventuelle Steuerersparnis ist.

 

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