Grunderwerbsteuer Thüringen

Aug 22, 2020 | Grunderwerbsteuer

Der Freistaat Thüringen hat an der Steuerschraube zweimal gedreht; der Steuersatz wurde zum 01.01. 2011 auf 5 %, zum 01.01.2017 auf 6,5 %, dem aktuellen Steuersatz erhöht. Damit gehört Thüringen zu den Bundesländern mit dem höchsten Grunderwerbsteuer-Satz. Grunderwerbsteuer ist seit 2006 Ländersache, deshalb besteuern die einzelnen Bundesländer die Grunderwerbsteuer nicht einheitlich, sondern nach Beschluss der Landesregierung. Im Jahr 2019 floss die Grunderwerbsteuer mit etwa 208,1 Mio. Euro dem Haushalt des Freistaates zu.

Bekannte Städte wie Weimar, Gera und Jena liegen in Thüringen. Diese und viele andere Städte und Gemeinden blicken auf eine lange Geschichte zurück. Eine ganze Reihe denkmalgeschützter Gebäude sind Zeitzeugen der turbulenten Vergangenheit des Bundeslandes. Viele der unter Denkmalschutz stehenden Gebäude dienen heute als Wohnraum und sind für Investoren von großem Interesse. Dies liegt daran, dass immer mehr solvente Mieter eine Wohnung in einem historischen Gebäude anmieten. Ein weiterer Grund ist die Lage dieser Immobilien, die meist in der Stadtmitte ist, dort, wo die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr optimal ist. Des Weiteren besitzt der Freistaat Thüringen neben großen Wäldern viele Nationalparks wie der Kyffhäuser, das Thüringer Becken oder der Thüringer Wald.

Wer eine Immobilie kauft braucht für den Kaufvertrag einen Notar, damit der Vertrag Rechtsgültigkeit erlangt. Der Notar übernimmt auch die Weitergabe an das Finanzamt, den Behörden und Gerichten. Mit der Rechtsgültigkeit des Kaufvertrags entsteht die Grunderwerbsteuer. Im Kaufvertrag wird festgelegt welche Partei die Grunderwerbsteuer bezahlt. Bezahlt die im Kaufvertrag festgelegte Partei die Steuerschuld nicht kann das Finanzamt die andere Partei zur Zahlung der Grunderwerbsteuer auffordern. Nach dem deutschen Recht haften Käufer und Verkäufer als Gesamtschuldner für die Zahlung der Grunderwerbsteuer.

Das zuständige Finanzamt für die Grunderwerbsteuer ist das Finanzamt, in dessen Bezirk sich das gekaufte Grundstück befindet. Im Grunderwerbsteuergesetz werden bebaute und unbebaute Grundstücke sowie Anteile an Grundstücken (Eigentumswohnungen) ganz allgemein als Grundstücke bezeichnet. Für Anleger, die das Grundstück nicht selbst nutzen wollen und in einem anderen Finanzamtsbezirk ansässig sind ist die Zuständigkeit des Finanzamts wichtig.

Als Grundlage für die Berechnung der Grunderwerbsteuer dient neben dem aktuell gültigen Steuersatz der Kaufpreis. Das Finanzamt kann mit dem Steuerschuldner auch einen Pauschbetrag festsetzen, sofern durch die Vereinfachung das Ergebnis der Steuerschuld nicht wesentlich verändert wird. Kostet die Immobilie zum Beispiel 200.000 Euro, so werden 13.000 Euro Grunderwerbsteuer fällig.

Grundbuchamt und Finanzamt

Sobald die Grunderwerbsteuer bezahlt ist erstellt und verschickt das Finanzamt eine sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung an Notar und an Grundbuchamt; damit steht dem Eintrag ins Grundbuchamt nichts mehr im Wege.

Nach dem Kauf einer denkmalgeschützten Immobilie gibt es für den Käufer steuerliche Vorteile sowie sehr günstige Kredite beispielsweise für die Renovierung oder Sanierung. Diese Vorteile machen den Kauf von Denkmalschutz-Immobilien attraktiv machen. Im ganzen Bundesland Thüringen befindet sich eine große Anzahl von Denkmalschutz-Immobilien die als Wohnraum genutzt werden.

Immobilien in Thüringen, insbesondere in den Städten wie Erfurt oder Weimar sind nicht billig, je nach Standort der Immobilie liegen die Kaufpreise pro m2 zwischen 1.000 Euro und mehr als 4.000 Euro, wobei der Quadratmeterpreis in den Städten höher ist als in ländlichen Gegenden. Denkmalgeschützte Immobilien sind, auch wenn diese teurer sind, für Investoren optimale Geldanlagen.

 

 

 

 

 

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