Grunderwerbsteuer Sachsen-Anhalt

Aug 22, 2020 | Grunderwerbsteuer

Das Bundesland Sachsen-Anhalt hat an der Steuerschraube zweimal gedreht; der Steuersatz wurde zum 02.03. 2010 auf 4,5 % und zum 01.03.2012 auf 5 %. Damit gehört Sachsen-Anhalt zu den Bundesländern deren Grunderwerbsteuer-Satz im mittleren Bereich liegt. Grunderwerbsteuer ist seit 2006 Ländersache, deshalb besteuern die einzelnen Bundesländer die Grunderwerbsteuer auch nicht einheitlich. Im Jahr 2019 floss die Grunderwerbsteuer mit etwa 200,6 Mio. Euro dem Haushalt von Sachsen-Anhalt zu.

In Sachsen-Anhalt sind fünf UNESCO-Welterbestätten zu bewundern, beispielsweise in Wittenberg und Eisleben die Luthergedenkstätten. Neben den Gebieten, die zum UNESCO-Welterbe zählen gibt es in Sachsen-Anhalt viele denkmalgeschützte Gebäude, auch solche, die als Wohnraum dienen. Für Kapitalanleger sind diese Gebäude von Interesse, denn viele Menschen lieben die Altbauten. An solventen Mietern besteht kein Mangel.

Kaufvertrag

Wer eine Immobilie kauft braucht für den Kaufvertrag einen Notar, damit der Vertrag Rechtsgültigkeit erlangt. Der Notar übernimmt auch die Weitergabe an das Finanzamt, den Behörden und Gerichten. Mit der Rechtsgültigkeit des Kaufvertrags entsteht die Grunderwerbsteuer. Im Kaufvertrag wird festgelegt welche Partei die Grunderwerbsteuer bezahlt. Bezahlt die im Kaufvertrag festgelegte Partei die Steuerschuld nicht kann das Finanzamt die andere Partei zur Zahlung der Grunderwerbsteuer auffordern. Nach dem deutschen Recht haften Käufer und Verkäufer als Gesamtschuldner für die Zahlung der Grunderwerbsteuer.

Das zuständige Finanzamt für die Grunderwerbsteuer ist das Finanzamt, in dessen Bezirk sich das gekaufte Grundstück befindet. Im Grunderwerbsteuergesetz werden bebaute und unbebaute Grundstücke sowie Anteile an Grundstücken (Eigentumswohnungen) ganz allgemein als Grundstücke bezeichnet. Für Anleger, die das Grundstück nicht selbst nutzen wollen und in einem anderen Finanzamtsbezirk ansässig sind ist die Zuständigkeit des Finanzamts wichtig.

Als Grundlage für die Berechnung der Grunderwerbsteuer dient neben dem aktuell gültigen Steuersatz der Kaufpreis. Berücksichtigt werden vom Finanzamt einige verschiedene Kosten und Leistungen, aber auch Nutzungs- und Wohnrecht, die vom Verkäufer vorbehalten werden. Das Finanzamt kann mit dem Steuerschuldner auch einen Pauschbetrag festsetzen, sofern durch die Vereinfachung das Ergebnis der Steuerschuld nicht wesentlich verändert wird.

Sobald die Grunderwerbsteuer bezahlt ist erstellt und verschickt das Finanzamt eine sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung an Notar und an Grundbuchamt; damit steht dem Eintrag ins Grundbuchamt nichts mehr im Wege.

Die Berechnung der Grunderwerbsteuer ist beim Erwerb von denkmalgeschützten Immobilien wie auch bei nicht denkmalgeschützten Immobilien identisch. Kostet die Immobilie zum Beispiel 200.000 Euro, so werden 10.000 Euro Grunderwerbsteuer fällig.

Bei der Besteuerung von für unter Denkmalschutz stehende Immobilie macht der Gesetzgeber keinen Unterschied und berechnet die Grunderwerbsteuer genauso wie es für jede andere Immobilie üblich ist. Nach dem Kauf einer denkmalgeschützten Immobilie gibt es für den Käufer steuerliche Vorteile sowie sehr günstige Kredite beispielsweise für die Renovierung oder Sanierung. Diese Vorteile machen den Kauf von Denkmalschutz-Immobilien attraktiv machen. Im ganzen Bundesland Sachsen-Anhalt befindet sich eine große Anzahl von Denkmalschutz-Immobilien die als Wohnraum genutzt werden.

Immobilien in Sachsen-Anhalt, insbesondere in Magdeburg sind nicht billig, je nach Standort der Immobilie liegen die Kaufpreise pro m2 zwischen 1.000 Euro und mehr als 3.500 Euro, wobei der Quadratmeterpreis in den Städten höher ist als in ländlichen Gegenden. Denkmalgeschützte Immobilien sind, auch wenn diese teurer sind, für Investoren optimale Geldanlagen. Die unter Denkmalschutz stehenden Immobilien sind meist in der Innenstadt mit einer optimalen Anbindung am öffentlichen Nahverkehr vorhanden, was solvente Mieter anzieht.

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