Grunderwerbsteuer Rheinland-Pfalz

Aug 22, 2020 | Grunderwerbsteuer

Das Bundesland Rheinland-Pfalz hat den Steuersatz für die Grunderwerbsteuer nur einmal erhöht. Die Steuer wurde zum 01.03. 2012 auf 5 % erhöht. Die Grunderwerbsteuer ist seit 2006 Ländersache, deshalb besteuern die einzelnen Bundesländer die Grunderwerbsteuer auch nicht einheitlich.

Bis 2006 bestimmte der Bund den Steuersatz der Grunderwerbsteuer, diese war eine Bundessteuer mit einem Steuersatz von 3,5 % lag. Allein im Jahr 2019 floss diese Steuer mit etwa 598,7 Mio. Euro dem Haushalt des Bundeslandes Rheinland-Pfalz zu.

Immobilien-Kaufverträge werden grundsätzlich über einen Notar abgeschlossen, dieser dokumentiert und beglaubigt den Kaufvertrag. Mit der Beglaubigung wird der Kaufvertrag rechtsgültig. Der Notar übernimmt auch die die Weitergabe des Kaufvertrags mit den Informationen über Käufer und Verkäufer an das zuständige Finanzamt, den Behörden und Gerichten. Mit der Rechtsgültigkeit des Kaufvertrags entsteht auch die Grunderwerbsteuer. Im Kaufvertrag wird festgelegt wer die Grunderwerbsteuer bezahlt; eine wichtige Information für das Finanzamt. Bezahlt die im Kaufvertrag festgelegte Partei die Steuerschuld nicht kann das Finanzamt die andere Partei zur Zahlung der Grunderwerbsteuer auffordern. Nach dem deutschen Recht haften Käufer und Verkäufer als Gesamtschuldner für die Zahlung der Grunderwerbsteuer.

Das zuständige Finanzamt für die Grunderwerbsteuer ist das Finanzamt, in dessen Bezirk sich das gekaufte Grundstück befindet. Im Grunderwerbsteuergesetz werden bebaute und unbebaute Grundstücke sowie Anteile an Grundstücken (Eigentumswohnungen) ganz allgemein als Grundstücke bezeichnet. Für Anleger, die das Grundstück nicht selbst nutzen wollen und in einem anderen Finanzamtsbezirk ansässig sind ist die Zuständigkeit des Finanzamts wichtig.

Als Grundlage für die Berechnung der Grunderwerbsteuer dient neben dem aktuell gültigen Steuersatz der Kaufpreis. Berücksichtigt werden vom Finanzamt einige verschiedene Kosten und Leistungen, aber auch Nutzungs- und Wohnrecht, die vom Verkäufer vorbehalten werden. Das Finanzamt kann mit dem Steuerschuldner auch einen Pauschbetrag festsetzen, sofern durch die Vereinfachung das Ergebnis der Steuerschuld nicht wesentlich verändert wird.

Sobald die Grunderwerbsteuer bezahlt ist erstellt und verschickt das Finanzamt eine sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung an Notar und an Grundbuchamt; damit steht dem Eintrag ins Grundbuchamt nichts mehr im Wege.

Die Berechnung der Grunderwerbsteuer ist beim Erwerb von denkmalgeschützten Immobilien wie auch bei nicht denkmalgeschützten Immobilien identisch. Kostet die Immobilie zum Beispiel 200.000 Euro, so werden 10.000 Euro Grunderwerbsteuer fällig.

Besteuerung Denkmalschutzimmobilien

Bei der Besteuerung von für unter Denkmalschutz stehende Immobilie macht der Gesetzgeber keinen Unterschied und berechnet die Grunderwerbsteuer genauso wie es für jede andere Immobilie üblich ist. Nach dem Kauf einer denkmalgeschützten Immobilie gibt es für den Käufer steuerliche Vorteile sowie sehr günstige Kredite beispielsweise für die Renovierung oder Sanierung. Diese Vorteile machen den Kauf von Denkmalschutz-Immobilien attraktiv machen. Im ganzen Bundesland Rheinland-Pfalz befindet sich eine große Anzahl von Denkmalschutz-Immobilien die als Wohnraum genutzt werden.

Immobilien in Rheinland-Pfalz, insbesondere in Mainz sind nicht billig, je nach Standort der Immobilie liegen die Kaufpreise pro m2 zwischen 1.500 Euro und mehr als 4.000 Euro, wobei der Quadratmeterpreis in den Städten höher ist als in ländlichen Gegenden. Denkmalgeschützte Immobilien sind, auch wenn diese teurer sind, für Investoren optimale Geldanlagen. Die unter Denkmalschutz stehenden Immobilien sind meist in der Innenstadt mit einer optimalen Anbindung am öffentlichen Nahverkehr vorhanden. Solvente Mieter sind für Wohnungen in einer denkmalgeschützten Immobilie immer zu finden.

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