Grunderwerbsteuer Hessen 

Aug 22, 2020 | Grunderwerbsteuer

Das Bundesland Hessen hat den Steuersatz für die Grunderwerbsteuer zweimal erhöht und zwar zum 01.01.2012 auf 5 % und zum 01.01.2013 auf 6 %. Damit gehört Hessen zu den Bundesländern mit dem höchsten Steuersatz für Grunderwerbsteuer. Seit 2006 ist die Grunderwerbsteuer Ländersache, deshalb besteuern die einzelnen Bundesländer auch mit verschiedenen Steuersätzen.

Bis 2006 gehörte die Grunderwerbsteuer zum Bereich der Bundessteuern mit einem Steuersatz von 3,5 %. Der Steuersatz wurde vom Bund bestimmt. Das Land Hessen hat seit 2014 nicht mehr an der Steuerschraube gedreht, denn immerhin bescherte die Grunderwerbssteuer dem Haushalt des Bundeslandes im Jahr 2019 etwa 1.662,2 Mio. Euro.

Wer eine Immobilie kauft muss den Kaufvertrag von einem Notar erstellen lassen. Dieser dokumentiert und beglaubigt den Kaufvertrag, der damit Rechtsgültigkeit hat. Nach der Rechtsgültigkeit des Kaufvertrags gibt der Notar die Informationen über Käufer und Verkäufer an das zuständige Finanzamt, den Behörden und Gerichten weiter. Die Grunderwerbsteuer entsteht mit der Rechtsgültigkeit des Kaufvertrags; wer die Grunderwerbsteuer bezahlt wird im Kaufvertrag festgelegt. Bezahlt die im Kaufvertrag festgelegte Partei die Steuerschuld nicht fordert das Finanzamt andere Partei zur Zahlung der Grunderwerbsteuer auf. Nach dem Gesetz haften Käufer und Verkäufer als Gesamtschuldner für die Zahlung der Grunderwerbsteuer.

Das zuständige Finanzamt für die Grunderwerbsteuer ist das Finanzamt, in dessen Bezirk sich das gekaufte Grundstück befindet. Im Grunderwerbsteuergesetz werden bebaute und unbebaute Grundstücke sowie Anteile an Grundstücken (Eigentumswohnungen) als Grundstücke bezeichnet. Für Anleger, die das Grundstück nicht selbst nutzen wollen und in einem anderen Finanzamtsbezirk ansässig sind ist die Zuständigkeit des Finanzamts wichtig.

Berechnung

Basis für die Berechnung der Grunderwerbsteuer ist neben dem aktuell gültigen Steuersatz der Kaufpreis. Dabei werden vom Finanzamt verschiedene Kosten und Leistungen, aber auch Nutzungs- und Wohnrecht, die vom Verkäufer vorbehalten werden, berücksichtigt.

Sobald die Grunderwerbsteuer bezahlt ist erstellt und verschickt das Finanzamt eine sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung an Notar und an Grundbuchamt; damit steht dem Eintrag ins Grundbuchamt nichts mehr im Wege.

Die Berechnung der Grunderwerbsteuer ist beim Erwerb von denkmalgeschützten Immobilien wie auch bei nicht denkmalgeschützten Immobilien identisch. Kostet die Immobilie zum Beispiel 200.000 Euro, so werden 12.000 Euro Grunderwerbsteuer fällig.

Bei der Besteuerung von für unter Denkmalschutz stehende Immobilie macht der Gesetzgeber keinen Unterschied und berechnet die Grunderwerbsteuer genauso wie es für jede andere Immobilie üblich ist. Nach dem Kauf einer denkmalgeschützten Immobilie gibt es für den Käufer steuerliche Vorteile sowie sehr günstige Kredite beispielsweise für die Renovierung oder Sanierung. Diese Vorteile machen den Kauf von Denkmalschutz-Immobilien attraktiv machen. Im ganzen Bundesland Hessen befindet sich eine große Anzahl von Denkmalschutz-Immobilien die als Wohnraum genutzt werden.

Immobilien in Hessen, insbesondere in Frankfurt sind nicht billig, je nach Standort der Immobilie liegen die Kaufpreise pro m2 zwischen 1.580 Euro und 2.780 Euro, wobei die der Quadratmeterpreis in Frankfurt bedeutend höher ist. Denkmalgeschützte Immobilien sind viel teurer. Diese Immobilien sind für Investoren optimale Geldanlagen. Die unter Denkmalschutz stehenden Immobilien sind meist in der Innenstadt mit einer optimalen Anbindung am öffentlichen Nahverkehr vorhanden. Außerdem besitzen denkmalgeschützte Immobilien mehr Wohnqualität als herkömmliche Wohnungen. Für solvente Mieter gibt es viele Gründe eine Wohnung in einer denkmalgeschützten Immobilie zu mieten. Für Anleger lohnt sich die Investition in jedem Fall, die nicht nur Steuern spart.

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