Grunderwerbsteuer Brandenburg

Aug 21, 2020 | Grunderwerbsteuer

Brandenburg hat einen höheren Steuersatz für die Grunderwerbsteuer als die meisten anderen Bundesländer; er liegt derzeit bei 6,5 %. Die Grunderwerbsteuer war bis zum Jahr 2006 eine Bundessteuer, deren Steuersatz bei 3,5 % lag und vom Bund bestimmt wurde. Brandenburg erhöht am 01.01.2011 auf 5 % und nochmals zum 01.07.2015 auf 6,5 %. Damit gehört der Steuersatz in Brandenburg zu den höchsten Steuersätzen der Grunderwerbsteuer in Deutschland. Die Grunderwerbsteuer beschert dem Bundesland jährlich etwa 148 Mio. Euro (Stand 2015).

Seit 2006 ist die Grunderwerbsteuer Ländersache, deshalb sind in den verschiedenen Bundesländern auch teilweise andere Steuersätze vorhanden. Außer Brandenburg haben das Saarland, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Thüringen derart hohe Steuersätze.

Die Grunderwerbsteuer wird vom zuständigen Finanzamt erhoben. Die Zuständigkeit des Finanzamts ergibt sich aus dem Bezirk, in dem das Grundstück liegt. Unter Grundstück versteht der Gesetzgeber unbebaute und bebaute Grundstücke sowie Grundstücksanteile. Von besonderer Bedeutung ist dieser Faktor für Geldanleger, die ein Grundstück kaufen, es aber nicht selbst nutzen.

Immobilien: Grunderwerbsteuer zahlen

Anders als bei den üblichen Kaufverträgen müssen Kaufverträge für Grundstücke immer von einem Notar erstellt und beglaubigt werden. Es ist nicht von Bedeutung, ob die Grundstücke bebaut oder unbebaut sind. Sobald dieses Rechtsgeschäft abgeschlossen ist, entsteht die Grunderwerbsteuer. In der Regel übernimmt der Notar die Weitergabe der Informationen über den Kauf des Grundstücks an das zuständige Finanzamt, die zuständigen Behörden und Gerichte. Üblicherweise übernimmt der Käufer die Zahlung der Grunderwerbsteuer. Dies wird auch dem zuständigen Finanzamt mitgeteilt, weshalb das Finanzamt den Steuerbescheid sowie eine Zahlungsaufforderung an den Käufer schickt. Bezahlt der Käufer die Steuerschuld nicht ergehen Steuerbescheid und Zahlungsaufforderung an den Verkäufer. Nach dem Gesetz haften Käufer und Verkäufer als Gesamtschuldner für die Zahlung der Grunderwerbsteuer (§ 13 Nr. 1 GrEStG).

Die Grundlage für die Berechnung der Grunderwerbsteuer bildet der Kaufpreis. Dabei berücksichtig das Finanzamt abziehbare Kosten und Leistungen, aber auch vom Verkäufer vorbehaltene Nutzungs- und Wohnrechte. Erst wenn die Zahlung der Grunderwerbsteuer beim Finanzamt eingegangen ist wird eine sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung erstellt und an Notar und Grundbuchamt verschickt. Nach Eingang dieser Bescheinigung kann der Eintrag ins Grundbuchamt erfolgen.

Die Grunderwerbsteuer für unter Denkmalschutz stehende Immobilien unterscheidet sich nicht von der Berechnung für nicht unter Denkmalschutz stehende Immobilien. Kostet die Immobilie zum Beispiel 200.000 Euro, so werden 13.000 Euro Grunderwerbsteuer fällig. In der Regel sind die Kaufpreise für Gebäude oder Anteilen an Gebäuden, die unter Denkmalschutz stehen, bedeutend höher. Bei der Grunderwerbsteuer macht der Gesetzgeber keinen Unterschied, wohl aber bei den steuerlichen Vorteilen. Für die Sanierung und Instandhaltung von Gebäuden, die unter Denkmalschutz stehen, vergibt der Staat günstige Kredite. Dies ist nur einer der Gründe, die eine denkmalgeschützten Immobilien als Geldanlage attraktiv machen.

Immobilien in Brandenburg direkt sind nicht besonders teuer, außer man entscheidet sich für eine denkmalgeschützte Immobilie. Aktuell liegen die Kaufpreise für Immobilien in Brandenburg zwischen 1.900 Euro und 2.300 Euro. Die Kaufpreise für denkmalgeschützte Immobilien sind höher, weil das Interessan an diesen Immobilien aktuell sehr groß ist. Das liegt daran, dass die meisten der unter Dankmalschutz stehenden Immobilien in der Innenstadt liegen und damit optimale Anbindungen an den öffentlichen Nahverkehr haben, was für solvente Mieter interessant ist.

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