Grunderwerbsteuer Bayern 

Aug 21, 2020 | Grunderwerbsteuer

Im Freistaat Bayern liegt der Steuersatz für die Grunderwerbsteuer immer noch bei 3,5 %. Bis zum Jahr 2006 war die Grunderwerbsteuer eine Bundessteuer, deren Steuersatz bei 3,5 % lag und vom Bund bestimmt wurde. Bayern hat bis heute den Steuersatz der Grunderwerbsteuer nicht erhöht. Noch hat Berlin nicht mehr an der Steuerschraube gedreht, denn immerhin beschert die Grunderwerbssteuer dem Stadtstaat Berlin jährlich etwa 960 Mio. Euro (Stand 2015).

Seit 2006 ist die Grunderwerbsteuer Ländersache, deshalb sind in den verschiedenen Bundesländern auch teilweise andere Steuersätze vorhanden. Außer Bayern hat nur noch Sachsen den Steuersatz auf 3,5 % belassen und bis heute nicht erhöht.

Grundstück und Käufer müssen nicht zwangsläufig im gleichen Bezirk der Finanzämter sein. Beim Kauf eines Grundstücks, ob bebaut oder unbebaut ist grundsätzlich das Finanzamt für die Besteuerung der Grunderwerbsteuer zuständig, in dessen Bezirk sich das gekaufte Grundstück befindet. Dieser Faktor ist insbesondere für Käufer, die in der gekauften Immobilie eine Geldanlage sehen, dort aber nicht selbst wohnen wollen.

Sind sich Käufer und Verkäufer einig wird ein Kaufvertrag geschlossen. Dieser muss ein Notar erstellen und beglaubigen. Sobald der Kaufvertrag geschlossen, also ein Rechtsgeschäft abgeschlossen ist, entsteht die Grunderwerbsteuer. Der Notar übernimmt die Weitergabe der Informationen über den Kauf des Grundstücks an das zuständige Finanzamt, die zuständigen Behörden und Gerichte. Käufer und Verkäufer vereinbaren vor Abschluss des Kaufvertrags wer die Grunderwerbsteuer bezahlt. Üblicherweise übernimmt der Käufer die Grunderwerbsteuer. Das zuständige Finanzamt schickt deshalb auch den Steuerbescheid mit der Zahlungsaufforderung an den Käufer. Will oder kann der Käufer die Steuerschuld nicht begleichen wird der Verkäufer als Gesamtschuldner vom Finanzamt zur Zahlung aufgefordert. Nach dem Gesetz sind Käufer und Verkäufer als Gesamtschuldner für die Zahlung der Grunderwerbsteuer verpflichtet (§ 13 Nr. 1 GrEStG).

Kaufpreis

Der Kaufpreis bildet die Basis für die Berechnung der Grunderwerbsteuer. Berücksichtigt werden vom Finanzamt Kosten und Leistungen, aber auch Nutzungs- und Wohnrecht, die vom Verkäufer vorbehalten werde. Nach Eingang der Zahlung wird vom Finanzamt eine sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung erstellt und an Notar und Grundbuchamt verschickt. Erst nach Eingang dieser Bescheinigung kommt der Eintrag ins Grundbuchamt zustande.

Bei Immobilien, die unter Denkmalschutz stehen, gibt es bei der Berechnung der Grunderwerbsteuer zu nicht denkmalgeschützten Immobilien keinen Unterschied. Kostet die Immobilie zum Beispiel 200.000 Euro, so werden 7.000 Euro Grunderwerbsteuer fällig. Allerdings sind die Kaufpreise für Gebäude oder deren Anteile, die unter Denkmalschutz stehen, höher. Macht der Gesetzgeber bei der Berechnung der Grunderwerbsteuer keinen Unterschied, so kann sich der Käufer steuerliche Vorteile und günstige Kredite sichern. Der Staat vergibt günstige Kredite für Sanierung und Instandhaltung von Denkmalschutz-Immobilien, Gründe, die den Kauf von denkmalgeschützten Immobilien als Geldanlage attraktiv machen.

Immobilien in Bayern direkt sind nicht billig, insbesondere nicht, wenn sie in Städten vorhanden sind. Je nach Lage und Größe liegen die Kaufpreise pro m2 zwischen 2.000 Euro und 8.000 Euro. Anleger, die denkmalgeschützte Immobilien kaufen, müssen mit höheren Kaufpreisen rechnen, da sich aktuell viele Geldanleger für Denkmalschutz-Immobilien interessieren. Es gibt viele Gründe eine solche Immobilie zu kaufen, die Immobilien liegen meist der Innenstadt und haben eine optimale Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, was solvente Mieter anzieht.

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