Denkmalschutzbehörden

Jun 18, 2020 | Denkmalimmobilien

In Deutschland gibt es keine Bau- und Denkmalschutzbehörde als einheitliche Verwaltungsinstanz, sondern Baubehörden, die die generellen Aspekte der Baubranche regeln, und davon unabhängig die Denkmalschutzbehörden, die sich konkret um den Denkmalschutz kümmern. Die Länder verwalten jeden dieser Bereiche anders, wobei sowohl die Bauämter als auch die Denkmalschutzbehörden hierarchisch aufgebaut sind. In den Kommunen, in den Ländern und im Bund existieren Bauämter und Bauaufsichtsbehörden. Auf diese Weise sind auch die Denkmalschutzbehörden je nach Bundesland organisiert.

In Deutschland gelten16 Denkmalschutzgesetze, deren Inhalt sich gleicht. Die Ämter sind jedoch unterschiedlich aufgestellt. Überwiegend gibt es in den Ländern die untere, obere und oberste Denkmalschutzbehörde oder die untere und oberste Denkmalschutzbehörde. Die unterste Behörde ist mit der betreffenden Kommune gleichzusetzen, im Fall der nicht kreisfreien Städte mit dem Landkreis. Das Ministerium oder der Senator eines Landes stellt meist die oberste Denkmalschutzbehörde. Überwiegend agieren die Bezirksregierungen oder Regierungspräsidien als obere Denkmalschutzbehörde in den Bundesländern.

Denkmalschutzbehörden in den Bundesländern

Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen unterhalten keine dieser Ämter auf mittlerer Ebene, sondern nur die unteren Denkmalschutzbehörden auf Kommunen- und Kreisebene sowie Ministerien als oberstes Amt dieses Bereichs.

In Berlin stellen die zwölf Bezirksämter die unteren Denkmalschutzbehörden dar, und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ist auch mit den Aufgaben der obersten Denkmalschutzbehörde betraut. In Bremen existieren zwei untere Denkmalschutzbehörden – in der Stadt Bremen ist es das Landesamt für Denkmalpflege, in Bremerhaven ist der Magistrat der Stadt für diese Belange zuständig. Der Kultursenator fungiert dort gleichzeitig auch als oberste Denkmalschutzbehörde. Hamburg unterhält ein Denkmalschutzamt der Kulturbehörde – ein Denkmalrat ist dort an den entsprechenden Aufgaben beteiligt. Im Saarland findet sich die Denkmalschutzbehörde im Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr.

Denkmalschutzbehörden und Denkmalfachbehörden

Bei allen Belangen des Denkmalschutzes werden die Denkmalschutzbehörden aktiv. Zu ihren Aufgaben zählen die Einteilung eines Objekts als Denkmal sowie Entscheidungen über Sanierungsanträge und sonstige Eingriffe in Bauten. Ein Eigentümer eines Denkmalschutzobjekts richtet sich am besten immer an die untere Denkmalschutzbehörde in seiner Stadt oder seinem Kreis, es sei denn, er wohnt im Saarland. Falls er mit seinem Anliegen bei diesem Amt nicht weiterkommt, ist in der Regel die oberste Denkmalschutzbehörde für ihn zuständig. Kirchliche oder staatliche Baudenkmäler bilden Sonderfälle für die Denkmalschutzbehörden.

Darüber hinaus kümmern sich die Denkmalfachbehörden um die wissenschaftliche Seite der Denkmäler, meist bestehend aus den Landesämtern für Denkmalpflege. Allerdings agieren in Nordrhein-Westfalen getrennte Landesämter für Denkmalpflege jeweils für das Rheinland, Westfalen und Köln. Die Denkmalfachbehörden sind vielfältig tätig, z. B. in der Beratung, und entscheiden mit bei Belangen der Denkmalschutzbehörden.

 

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